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Städtisches Kulturprogramm

Filmreihe Lichtgestalten: "Oh Boy" (Deutschland 2012 - Regie: Jan Ole Gerster)

12.03.2019
19:30 Uhr
Cine-World-Cham
Kultur
Randsbergerhofstr. 15
93413 93413 Cham
Cham
7.50 €
Frau Dr. Kleindorfer-Marx Bärbel
Rachelstr. 6
93413 Cham

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Regie Jan Ole Gerster (83 min)

Eine Tasse Kaffee. Keine bestimmte Sorte, ohne Milch und ohne Zucker. Mehr will Niko aus Berlin für den Moment nicht und doch scheint es unmöglich zu sein, an diese eine Tasse Kaffee heranzukommen. Was im Film eine Art Running Gag ist, kann auch auf Nikos Leben übertragen werden. Die heutige Zeit bietet so viele Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten, dass all die Vielfalt nicht beflügeln sondern gar eine hemmende Wirkung besitzen kann. So irrt Niko durch eine immer komplexer werdende Welt und selbst einfache Wünsche rücken ins Unerreichbare. Niko, der bereits vor 2 Jahren sein Jura-Studium abgebrochen hat und dessen Leben vom Vater finanziert wird, ist jedoch kein Loser, sondern schlicht auf Sinnsuche. Der Film ist durchweg in schwarz-weiß gehalten. Was für viele ein Ausschlusskriterium sein wird, erweist sich hier als Glücksgriff. Die gezeigten Aufnahmen von Berlin sind sehr stimmungsvoll und werden von einem wunderbar passenden Soundtrack untermalt. Oh Boy ist von einer melancholischen Grundstimmung durchzogen, die aber regelmäßig von komischen Momenten unterbrochen wird. Diese Szenen wirken nie aufgesetzt oder aufdringlich und werden wohl daher den Hau-Drauf-Humor von vielen Kinogängern nicht treffen. Ganz klar: Der Film ist nicht für die großen Massen produziert und läuft dementsprechend auch nur in kleinen ausgewählten Kinos. Dabei ist Oh Boy mit das Beste, was das deutsche Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat. In Nebenrollen sind viele bekannte Gesichter aus dem deutschen Film und Fernsehen anzutreffen und mit dem ewig jungen Tom Schilling wurde die Idealbesetzung für Niko gefunden. Sicherlich konnte man Schilling nie ein großes Talent absprechen, nach dieser schlicht grandiosen Darbietung gehört er aber endgültig in die kleine Riege deutscher Topschauspieler. Einige Charaktere fallen dabei bewusst überzeichnend aus und lassen den nachdenklichen und ruhigen Hauptdarsteller wie eine Art Fremdkörper im hektischen Treiben der Großstadt wirken. Oh Boy ist traurig, nachdenklich und zum Brüllen komisch. Der mit 83 Minuten für heutige Verhältnisse recht kurze Film besitzt außerdem den Mut die Geschichte ohne größeres Tamtam zu beenden und hat so etwas, was in der aktuellen Filmlandschaft eher selten der Fall ist.


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