Hilfsnavigation

Hintergrundfoto Kultur & Freizeit
Sprache

Aktuelles

Ausstellung letztmals geöffnet
vom 20. bis 24. April 2019:
Cham in den 1920er Jahren

Großes Bild anzeigen
Fußballspiel des Fußballclubs Cham gegen die Spielvereinigung Fürth 1927. Gruppenfoto der Mannschaften am Sportplatz, im Hintergrund Zuschauer

Eine heimatgeschichtliche Ausstellung im ehemaligen Armenhaus (Museum SPUR, Schützenstraße 7) beleuchtet einen Zeitabschnitt, der nicht nur in den großen Metropolen wie Berlin oder München deutliche Spuren hinterließ, sondern auch im eher beschaulichen Cham. Es geht um die Zwanzigerjahre, deren Einfluss auf die Entwicklung unserer Stadt noch heute zu erkennen ist. Ab Karsamstag, den 20. April, um 14 Uhr, ist doch Ausstellung nochmals bis zum 24. April zu sehen. In zwei Erdgeschossräumen erinnert das Stadtarchiv mit historischen Fotos und erläuternden Texten an dieses unruhige, aber sehr lebendige Jahrzehnt.

Die ersten Jahre standen noch ganz im Zeichen des verlorenen Ersten Weltkrieges. Die Bevölkerung litt vor allem unter Lebensmittelknappheit, Wohnungsnot und den außerordentlichen Preissteigerungen. Seit dem Kriegsende 1918 erreichte die Geldentwertung jedes Jahr ein neues Rekordniveau, das 1923 extreme Ausmaße annahm.

Gerne spricht man heutzutage von den „goldenen“ oder „wilden“ Zwanzigerjahren. Zum Teil trifft diese Beschreibung auch auf die Verhältnisse in Cham zu. Zahlreiche öffentliche Baumaßnahmen sorgten für wirtschaftliche Belebung, und diese Gebäude sind noch heute markante Punkte im Stadtbild. Dazu gehören zum Beispiel das Studienheim Sankt Josef, der Altbau der Mädchen-Realschule oder das Finanzamt. Eine große Anziehungskraft besaßen schon damals Tanzveranstaltungen. Gerade die örtlichen Cafés zogen in der Faschingszeit ein großes Publikum an. Namen wie Moser, Gottschalk oder Krone stehen für diese Entwicklung. Zum Zeitgeist der Zwanzigerjahre gehörte ebenfalls der „Temporausch“. Motorisierung bedeutete technischen Fortschritt und Modernisierung. Mit dem eigenen Auto oder Motorrad Ausflüge und Wochenendfahrten zu unternehmen, war jedoch noch ein teures Freizeitvergnügen, das sich nur wenige leisten konnten. In der Lage dazu waren die Mitglieder des ADAC. Sie hatten 1925 in Cham eine eigene Ortsgruppe des Vereins gegründet.

Die Öffnungszeiten sind Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14–17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

Gasthäuser und Brauereien im alten Cham
„Es trifft sohin auf 80 Seelen beinahe ein Wirt …“
Ausstellung des Stadtarchivs Cham
Ab Sonntag, den 5. Mai, um 14 Uhr

Großes Bild anzeigen
Gäste im Biergarten des Lokals Luitpoldhöhe unweit von Katzberg

Die neue heimatgeschichtliche Ausstellung des Stadtarchivs im ehemaligen Armenhaus (Museum SPUR, Schützenstraße 7) wird am Sonntag, den 5. Mai, um 14 Uhr eröffnet. Sie beschäftigt sich dieses Mal mit Gasthäusern und Brauereien im alten Cham. Historische Fotos und erläuternde Texte erinnern an jene Zeit, als das Schlagwort vom „Wirtshaussterben“ noch völlig unbekannt war. Ganz im Gegenteil! Im Jahr 1855 zum Beispiel hatten die etwa 2500 Chamauer die Wahl zwischen 32 Gasthäusern und Brauereien. Somit traf damals auf 80 Seelen beinahe ein Wirt. Diese goldenen Zeiten der Wirtshauskultur liegen schon lange zurück und auch so manche alteingesessene Gaststätte ist mittlerweile verschwunden und nur noch den Älteren bekannt.

Gut, dass zumindest Ansichtskarten und Fotos erhalten blieben, die noch heute den Gasthof Luckner, das Hotel Alte Post oder das Café Krone zeigen. In zwei Erdgeschossräumen des Museums trug das Stadtarchiv Bildmaterial einiger dieser bekannten Lokale zusammen. Dazu zählen auch die Sommerkeller und Biergärten. Sie entstanden ab den 1820er Jahren im Umfeld der Altstadt und entwickelten sich zu beliebten Treffpunkten in der warmen Jahreszeit.
Das dort getrunkene Bier stammte noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus heimischer Produktion. Allerdings machten die großen überregional bekannten Brauereien den kleinen und mittelständischen Betrieben vor Ort immer mehr Konkurrenz. Dies führte dazu, dass nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die meisten Chamer Brauereien, wie etwa Straubinger, Jakob oder Höchstetter, aufgeben mussten.

Nicht vergessen wurden in der Ausstellung die Gaststätten der ehemals selbstständigen Gemeinden, die heute Teil des Stadtgebietes sind. Dazu gehörte auch das beliebte Ausflugslokal auf der Luitpoldhöhe, das im August 1902 neben dem Aussichtsturm errichtet wurde. Gerade in den kleineren Kommunen spielten diese Wirtshäuser eine wichtige Rolle und waren vielfach die Mittelpunkte des gesellschaftlichen Lebens.

Geöffnet ist Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14–17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Am 1. November, 24./25. und 31. Dezember 2019 bleibt das Museum geschlossen. Zu sehen ist die Ausstellung bei freiem Eintritt bis zum 6. Januar 2020.

Im Rahmenprogramm bietet Stadtarchivar Timo Bullemer zwei Termine für Führungen an. Am 19. Mai, um 14 Uhr, können Interessierte erstmals den Spuren ehemaliger Gasthäuser und Brauereien in der Innenstadt nachgehen. Der informative Gang durch Cham ist kostenlos und dauert circa 90 Minuten. Treffpunkt ist das Museum SPUR, Schützenstraße 7. Am Sonntag, den 22. September, wird diese Veranstaltung nochmals um die gleiche Uhrzeit wiederholt.

60 Jahre Bundeswehrstandort Cham
Ausstellung des Stadtarchivs
Ab Samstag, 15. Juni

Großes Bild anzeigen
Feierlicher Einzug der ersten Soldaten des Panzergrenadierbataillons 113 auf dem Marktplatz am 1. Juli 1959

Dieses Jahr können die Chamer Garnison und die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ ihr 60-jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass beschäftigt sich das Stadtarchiv in einer Ausstellung mit dem Bundeswehrstandort Cham. Fotos und kurze Filmausschnitte geben Einblicke in die vielfältige Geschichte der Nordgaukaserne und der dort stationierten Verbände. Erstmals gezeigt wird die Ausstellung am Tag der Bundeswehr, am 15. Juni, von 9–17 Uhr. Im Festzelt an der Further Straße ist ein eigener Bereich für diesen Rückblick in die neuere Militärgeschichte der Stadt reserviert.

Eigentlich hatte sich Cham, in damals schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, um eine Bundesgrenzschutzkaserne beworben. Im Juli 1954 war die Zusage erfolgt und so begannen die ersten Vorarbeiten nördlich von Nunsting, um dort die notwendigen Anlagen zur Unterbringung einer Hundertschaft zu errichten. Mit der Gründung der Bundeswehr 1955 wurden die Karten neu gemischt. In Cham plante man um und bewarb sich nun für eine Garnison der Streitkräfte. Im Juli 1956 erfolgte die Zusage für ein Bataillon. Ehe aber am 1. Juli 1959 die ersten Soldaten des Panzergrenadierbataillons 113 in Cham feierlich begrüßt werden konnten, war noch so manche Hürde zu überwinden.

Abgesehen von der Gründungsphase beschäftigt sich die Ausstellung natürlich auch mit besonderen Ereignissen aus der Geschichte des Standortes. Dazu gehören sicherlich die ersten Manöver in Frankreich, die Besuche hoher Persönlichkeiten in der Kaserne oder die Hilfseinsätze der Soldaten bei den Hochwasserkatastrophen 1993 und 2002.

Ein besonderes Schmankerl der Ausstellung sind historische Filmaufnahmen. Schon vor einiger Zeit war es dem Stadtarchiv möglich, Schmalfilme aus den 1960er bis 1980er Jahren digitalisieren zu lassen. Diese bewegten Bilder hielten besondere Ereignisse aus der Historie der Kaserne fest. Eigens für das 60-jährige Jubiläum wurden nun verschiedene Szenen ausgewählt. Der etwa 15-minütige Zusammenschnitt wird während der Ausstellung mehrfach wiederholt. Zu sehen sind u. a. ein Manöver in der Chamer Innenstadt 1964, aber auch der Besuch von Iris Berben im Jahr 1987. Die bekannte Schauspielerin hatte sich wegen einer verlorenen Wette in der Fernsehsendung „Wetten dass …?“ dazu verpflichtet, in der Nordgaukaserne für die Rekruten der 2. Kompanie „Betten zu bauen“.

Wer am Tag der Bundeswehr keine Zeit findet, sich in die Geschichte der Chamer Kaserne zu vertiefen, der bekommt anschließend eine weitere Gelegenheit. Ab Montag, den 17. Juni, werden Teile der Ausstellung nochmals im Foyer des Rathaus-Altbaus (Marktplatz 2) aufgebaut. Besichtigungen sind während der Öffnungszeiten Mo–Mi 8–12 Uhr, 13–16 Uhr, Do 8–16 Uhr, Fr 8–12 Uhr bei freiem Eintritt möglich. Die Ausstellung endet am Freitag, den 5. Juli.

weitere Informationen

Kontakt

Stadtarchiv
Spitalplatz 22
93413 Cham

Telefon:  09971/8579 380
Fax:  09971/8579 8380
timo.bullemer@cham.de
Raum:  Stadtarchiv

Öffnungszeiten:

Mittwoch und Donnerstag:
09.00 - 12.00 Uhr und
14.00 - 18.00 Uhr

Wir empfehlen eine vorherige Terminvereinbarung!

Dokumente